Standard Turniertanz gehört zu den klassischen Disziplinen des Tanzsports und steht für Eleganz, Präzision und harmonische Bewegungen. Getanzt wird im Paar in geschlossener Haltung mit Körperkontakt während sich die Tanzpartner aufeinander abgestimmt auf der Tanzfläche bewegen. Zum Standard Turniertanz zählen fünf Tänze: Langsamer Walzer, Tango, Wiener Walzer, Slowfox und Quickstep. Jeder Tanz hat seinen eigenen Charakter. Wir erklären dir, was Standard Turniertanz ausmacht, welche Tänze dazugehören und wie Tanzsportturniere im Tanzsport aufgebaut sind.
Standard-Turniertanz in Kürze
- Standard-Turniertanz ist eine Disziplin des Tanzsports, bei der Paare in geschlossener Haltung über die Tanzfläche tanzen.
- Zum Standardprogramm gehören fünf Tänze: Langsamer Walzer, Tango, Wiener Walzer, Slowfox und Quickstep.
- Turniere sind nach Alter und Leistungsklassen organisiert, in denen Paare gegeneinander antreten.
- Bewertet werden unter anderem Technik, Haltung, Musikalität und die Harmonie im Paar.
- Spezielle Tanzkleidung – insbesondere Tanzschuhe mit Chromledersohle – ist sehr empfehlenswert, da sie Drehungen und Bewegungen erleichtert.
Was ist Standard Turniertanz?
Turniertänze sind Standard- und Lateintänze, die als Sportart kompetitiv ausgeübt werden. Dabei treten üblicherweise Tanzpaare gegeneinander an. Anders als beim klassischen Gesellschaftstanz stehen im Turniertanz festgelegte Regeln, Technik und die Bewertung durch Wertungsrichter im Vordergrund. Ziel ist es, Schritte möglichst präzise und mit viel Ausdruck auszuführen und dabei ein elegantes und harmonisches Gesamtbild abzugeben. Welche Figuren getanzt werden und welche Anforderungen es an Technik und Ausdruck gibt, ist vorgeschrieben und wird von einem oder mehreren Wertungsrichtern bewertet.
Wo kommt der Standard Turniertanz her?
Die Anfänge des Standard-Turniertanz gehen weit bis ins 14. und 15. Jahrhundert zurück, als Adelige und das gehobene Bürgertum an Gesellschaftstänzen teilnahmen. Obwohl die meisten historischen Tänze über die lange Zeit in Vergessenheit geraten sind, wurden einige im 20. Jahrhundert durch Tanzforschung rekonstruiert und für Aufführungen und Kurse wiederbelebt. Besonders in England entwickelten sich aus beliebten Balltänzen feste Regeln und Techniken, die später den Grundstein für den modernen Tanzsport legten. Tanzlehrer und Verbände begannen, Figuren, Schrittabfolgen und Tanzhaltungen zu standardisieren, damit Tänzer weltweit nach denselben Richtlinien tanzen konnten. Im frühen 20. Jahrhundert entstanden die ersten offiziellen Tanzturniere. Mit der Gründung nationaler und internationaler Tanzsportverbände entwickelte sich das Standardtanzen zunehmend zu einer sportlichen Disziplin mit klaren Wertungssystemen, Leistungsklassen und Meisterschaften. Heute gehört der Standard-Turniertanz zu den wichtigsten Bereichen des Tanzsports und wird weltweit auf Amateur- und Profi-Niveau getanzt.
Was sind die fünf Standardtänze im Turniertanz?
Zum Standard Turniertanz zählen weltweit fünf Tänze. Sie unterscheiden sich in Tempo, Charakter und Bewegungsstil, haben aber alle eine Gemeinsamkeit: Tanzpaare bewegen sich in geschlossener Tanzhaltung fließend über die Tanzfläche. In allen fünf Tänzen kommt es auf eine saubere Technik, den richtigen Rhythmus sowie eine harmonische Abstimmung zwischen den Tanzpartnern an. Je nach Tanz werden unterschiedliche Bewegungsabläufe und Elemente der Choreografie gefordert. Die Tanzarten bilden die Grundlage vieler nationaler und internationaler Tanzturniere.
| Tanzstil | Besonderheiten |
|---|---|
| Langsamer Walzer |
|
| Tango |
|
| Wiener Walzer |
|
| Slowfox |
|
| Quickstep |
|
Wie funktionieren Turniere im Standardtanz
Bei kompetitiven Tanzveranstaltungen treten Tanzpaare – aufgeteilt nach Altersgruppen und Leistungsklassen – gegeneinander an. Ziel ist es, sich durch eine möglichst akkurate Ausführung von Tanzbewegungen eine gute Bewertung der Jury einzuholen und sich mit den gesammelten Punkten durch eine gute Platzierung in die nächsthöhere Klasse hochzuarbeiten. Viele Paare trainieren über Jahre hinweg in einem Tanzverein oder Tanzsportclub, bevor sie an regionalen und nationalen Tanzsportturnieren teilnehmen.
Standard Turniertanz nach Altersgruppen
Für eine möglichst faire Bewertung treten Tänzer gegeneinander an, die vergleichbare Erfahrung und körperliche Voraussetzungen haben. Gemessen am Alter der Tanzpartner werden Teilnehmer in Gruppen wie Junioren, Jugend, Hauptgruppe und Senioren eingeteilt.
Leistungsklassen
Zusätzlich werden Tänzer nach ihrem Leistungsniveau eingeteilt. Einsteiger treten im Amateurbereich an, meist in der D-Klasse. Durch erfolgreiche Turnierteilnahmen können Paare über C-, B- und A-Klasse bis in die höchste Amateurklasse, die S-Klasse, aufsteigen. Die besten Paare qualifizieren sich über nationale Ranglisten und Meisterschaften für internationale Wettbewerbe wie Europameisterschaften oder Weltmeisterschaften.
Was für Turnierarten gibt es?
- Breitensportwettbewerb: Im Breitensportwettbewerb können Einsteiger und Hobbytänzer am Standard Turniertanz teilnehmen. Der Fokus liegt auf Spaß am Tanzen und es kann erste Wettkampferfahrung gesammelt werden, ohne dass ein Aufstieg in höhere Leistungsklassen möglich ist.
- Kombinationsturnier: Bei Kombinationsturnieren treten Tanzpaare in den oben genannten Latein- und Standardtänzen an. Die Gesamtwertung ergibt sich aus den Ergebnissen beider Disziplinen.
- Ranglistenturnier: Ranglistenturniere gehören zu den wichtigsten Wettbewerben im Tanzsport. Hier sammeln ambitionierte Tanzpaare Punkte für die nationale Rangliste und messen sich auf besonders hohem sportlichen Niveau. Erfolgreiche Platzierungen bei Ranglistenturnieren können eine wichtige Grundlage für die Teilnahme an Deutschen Meisterschaften, Europameisterschaften und Weltmeisterschaften sein.
Welche Turnierrunden gibt es?
Ein Tanzturnier im Standardtanz besteht meist aus mehreren Turnierrunden, in denen die Jury Runde für Runde die besten Tanzpaare auserkort. Je nach Teilnehmerzahl können mehrere Runden stattfinden. Typischerweise beginnt ein Turnier mit einer Vorrunde, in der alle gemeldeten Paare antreten. Die Jury entscheidet anschließend, welche Paare in die nächste Runde weiterkommen. Darauf folgen je nach Größe des Teilnehmerfeldes Zwischenrunden oder Halbfinals. Die besten Paare erreichen schließlich das Finale, in dem die endgültige Platzierung ermittelt wird. In dieser Runde tanzen meist sechs Paare, die von der Jury direkt miteinander verglichen und bewertet werden.
Wertungskriterien der Jury
Im Standard Turniertanz wird die Leistung aller teilnehmenden Paare miteinander verglichen und entsprechend bewertet. Die Jury bewertet die Tanzleistung nach folgenden Kriterien:
- Technik: Werden alle Schritte sauber ausgeführt? Sind Fußstellung, Haltung und Kopfposition korrekt? Bewegen sich Partner synchron?
- Timing: Tanzt das Paar im Rhythmus? Werden Tempo und Dynamik passend zur Musik umgesetzt?
- Balance: Ist die Körperposition zum Tanzpartner richtig, tanzen beide Partner stabil?
- Charakteristik: Werden die typischen Eigenschaften des jeweiligen Tanzes eingehalten? Ist die Ausstrahlung entsprechend und wird der Raum genutzt?
Die Regeln werden in Deutschland vom Deutschen Tanzsportverband (DTV) und in Österreich vom Österreichischen Tanzsportverband festgelegt.
Die richtige Ausrüstung für Standardtänzer
Die passende Ausrüstung spielt im Standard Turniertanz eine wichtige Rolle. Sie unterstützt saubere Bewegungen, sorgt für Stabilität und trägt dazu bei, dass Tänzer sich sicher und komfortabel über die Tanzfläche bewegen können. Neben den Schuhen gehören auch bequeme Trainingskleidung und bei Turnieren passende Wettkampfoutfits zur Ausrüstung von Standardtänzern. Sie unterstreichen die Eleganz der Tänze und unterstützen eine saubere Präsentation auf der Tanzfläche.
Welche Tanzschuhe eignen sich für Standard Turniertanz?
Für den Standard Turniertanz sind Tanzschuhe für Damen und Tanzschuhe für Herren, die speziell für das Tanzen entwickelt wurden, unverzichtbar. Sie verfügen meist über eine flexible Sohle aus Chromleder, die kontrollierte Drehungen und ein gutes Gleiten auf dem Parkett ermöglicht. Gleichzeitig bieten sie ausreichend Halt und Bewegungsfreiheit.
Fazit: Warum Standard Turniertanz bis heute begeistert
Standard Turniertanz verbindet sportliche Leistung mit Eleganz und Ausdruck. Die Kombination aus Technik, Musikalität und harmonischer Zusammenarbeit im Paar macht diese Tanzform bis heute so faszinierend. Jede Bewegung erfordert Präzision, Vertrauen und ein gutes Rhythmusgefühl und Raum. Gleichzeitig bietet der Tanzsport eine klare Struktur mit Turnieren, Leistungsklassen und Entwicklungsmöglichkeiten. Ob als Hobby oder im Wettkampf: Standard Turniertanz begeistert viele Menschen, weil er Bewegung, Ästhetik und Partnerschaft auf besondere Weise miteinander verbindet.
Häufige Fragen zum Standard Turniertanz
Der wichtigste Unterschied liegt in Haltung, Bewegungsstil und den getanzten Tänzen. Beim Standardtanzen bewegen sich die Tanzpartner meist in geschlossener Haltung mit Körperkontakt über die Tanzfläche. Zu den Standardtänzen gehören Langsamer Walzer, Tango, Wiener Walzer, Slowfox und Quickstep.
Latein-Tänze wie Cha-Cha-Cha, Rumba oder Samba werden dagegen häufig in offener Tanzhaltung getanzt und sind stärker von rhythmischen Hüftbewegungen und einzelnen Figuren geprägt.
Über den Autor
Katrin Güdül
Katy ist passionierte Tänzerin und kennt den Tanzsport von der Pike auf: Bereits als Jugendliche bestritt sie Turniere im Standard- und Lateintanz. Auch heute schlägt ihr Herz noch für das Parkett – sie verfolgt die Entwicklungen im Tanzsport mit Begeisterung und gibt ihr Wissen rund um Technik, Ausrüstung und Tanzkultur gerne weiter. In ihren Beiträgen verbindet sie persönliche Erfahrung mit fundiertem Hintergrundwissen.
























